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Mittwoch, 06.02.2019 19:30

Sebastian Lotzers Erbe

Kategorie: weckruf

 

Horbs vergessener Sohn

Sebastian Lotzers Erbe

Eine Gesprächsrunde mit Annette Rieger, Joachim Lipp, Helmut Loschko, Walter Trefz und dem anwesenden Publikum

Der 2003 herausgegebene Begleitband zur Ausstellung „Schwabenspiegel“ leitete die Kurzbiographie über Sebastian Lotzer mit den Worten ein: „Unter allen hier behandelten Autoren war Sebastian Lotzer wohl einer der einflussreichsten. Ein relativ kurzer Text von ihm, die Zwölf Artikel, trug 1525 zur Mobilisierung von Hunderttausenden bei.“

Ein Portraitmedaillon mit einer Darstellung dieses „einflussreichen“ Mannes sucht man vergebens auf der Rathausfassade seiner Heimatstadt und ebenso vergebens sucht man seinen Namen in der 1978 erschienenen Kreisbeschreibung des neuen Landkreises Freudenstadt unter der Rubrik Persönlichkeiten.

Sebastian Lotzer von Horb hat lange vor der Französischen Revolution schon die Utopie von der Freiheit geträumt. Er war ein Radikaler, aber nicht ein Radikaler im Sinne eines religiösen oder politischen Fanatismus und Extremismus, sondern im ureigenen Sinne des Wortes: „radikal <Adj.> bis auf die Wurzel gehend“. Die Wurzel gründete in der Überzeugung, dass die Normen für ein gutes, gerechtes Leben aus der Bibel gewonnen werden können.

Das Kriterium der göttlichen Gerechtigkeit, wie säkular es auch immer verstanden wird, sollte ein Stachel für jegliche gesellschaftliche Ordnung bleiben. Die Zwölf Artikel zeigten einen Weg aus der spätmittelalterlichen Krise, die nicht nur eine Krise der Agrarverfassung, sondern auch eine Krise der Gesellschaft und der politischen Ordnung war.

Sebastian Lotzers große Leistung bestand darin, in einer Krise der ökonomischen, sozialen und politischen Verhältnisse das Wesentliche vom Unwesentlichen zu trennen und die daraus resultierenden Forderungen knapp und einprägsam zu formulieren. Die Zwölf Artikel sind ein Monument deutscher Freiheitsgeschichte, die in ihrem Kern die Überzeugung von der Universalität der Menschenrechte enthalten.

Welche Bedeutung hat Lotzers Erbe für uns heute? Wie gehen wir mit Lotzers Erbe um? Wie geben wir Lotzers Erbe weiter?

Eintritt: noch offen

Eine gemeinsame Veranstaltung der Katholischen Erwachsenenbildung (keb) Freudenstadt, der Kreisvolkshochschule Freudenstadt, des Kultur- und Museumsvereins Horb und des Projekts Zukunft – Kultur im Kloster

Am Samstag, den 27. April 2019 findet eine besondere Führung der Horber Nachtwächter statt - Die Nachtwächter erinnern beim Umgang durch die Altstadt an Sebastian Lotzer von Horb.

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